Wenn das Umfeld erfährt, dass man vegan lebt, bekommt man oft ähnliche Sprüche zu hören: „Wie soll das denn funktionieren? Du brauchst doch Proteine!“ „Deine Liebe zu Tieren in allen Ehren, aber man muss auch mal an sich selbst denken. Du ruinierst deine Gesundheit!“ Oder: „Schau dir doch mal all diese Veganer an. Man sieht doch, dass sie nicht fit oder glücklich sind.“ Und mein absoluter Klassiker: „Als Veganer musst du doch ständig Nahrungsergänzungsmittel nehmen, weil dir ohne tierische Produkte so viele Nährstoffe fehlen.“
Auch wenn solche Aussagen manchmal ziemlich nerven können, sollte man gerade bei Freunden oder der eigenen Familie Verständnis zeigen. Schließlich machen sich diese Menschen meist wirklich Sorgen um einen. Die meisten dieser Bedenken entstehen einfach dadurch, dass sie sich bisher noch nicht näher mit dem Thema beschäftigt haben. Und sind wir mal ehrlich: Gerade am Anfang einer Ernährungsumstellung zwitschert irgendwo im Hinterkopf auch ein kleines Vögelchen:
„Was, wenn sie doch recht haben? Was, wenn ich mir tatsächlich schade?“
Also, was tun? Aufklären! Und genau das möchten wir mit diesem Beitrag machen.
Vegane Ernährungspyramide – kurz erklärt

Ebene 1 – Die Basis (täglich reichlich)
💧 Getränke
- Wasser
- Ungesüßte Kräuter- und Früchtetees
- Verdünnte Saftschorlen
Empfehlung: etwa 1,5–2 Liter täglich, bei Hitze und Sport entsprechend mehr.
Dieser Punkt ist bei jeder Ernährungsform die wichtigste Grundlage. Schließlich besteht unser Körper zu etwa 50 bis 65 Prozent aus Wasser. Dabei handelt es sich allerdings nur um einen Richtwert, denn der genaue Wasseranteil hängt unter anderem vom Alter, Geschlecht und Körperfettanteil ab.
Außerdem ist das Wasser nicht überall im Körper gleich verteilt. Hier einmal eine kleine Übersicht:
💧 Blutplasma: etwa 90–95 %
🧠 Gehirn: etwa 73–80 %
Habt ihr im Sommer oder nach dem Sport schon einmal zu wenig getrunken und plötzlich gemerkt, dass ihr euch kaum noch konzentrieren könnt oder unglaublich müde werdet? Euer Gehirn erinnert euch damit freundlich daran, dass es dringend Nachschub braucht. Bei mir folgen, wenn ich diese Warnung ignoriere, meist ziemlich heftige Kopfschmerzen. Spätestens dann komme ich in die Gänge – auch wenn das eigentlich schon reichlich spät ist.
💪 Muskeln: etwa 75 %
🦴 Knochen: etwa 22–31 %
🥑 Fettgewebe: etwa 10–25 %
Schon diese Zahlen zeigen, wie wichtig eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr für unseren Körper ist. Wasser wird für unzählige Prozesse benötigt – von der Konzentration über den Stoffwechsel bis hin zur Regulierung der Körpertemperatur.

Ebene 2 – Gemüse & Obst (mehrmals täglich)
Gemüse und Obst
- Gemüse: Brokkoli, Karotten, Paprika, Spinat, Kohl, Zucchini
- Obst: Beeren, Äpfel, Birnen, Zitrusfrüchte
Empfehlung:
- 3 Portionen Gemüse
- 2 Portionen Obst
Gemüse darf gerne den größeren Anteil ausmachen. Aber warum sagen eigentlich alle, dass Obst und Gemüse unverzichtbar sind?
Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: Sie versorgen unseren Körper mit wichtigen Nährstoffen, Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen. Ein paar Beispiele gefällig?
Lebenswichtige Nährstoffe
Obst und Gemüse liefern zahlreiche Vitamine (unter anderem Vitamin C), Mineralstoffe (wie Kalium) und Spurenelemente, die unser Körper für viele Stoffwechselprozesse benötigt. Kurz gesagt: Wer dauerhaft zu wenig Obst und Gemüse isst, verzichtet auf eine wichtige Grundlage für zahlreiche Abläufe im Körper.
Gesundheitsvorsorge
Ein regelmäßiger Verzehr von Obst und Gemüse wird von Ernährungsexperten mit einer ausgewogenen Ernährung in Verbindung gebracht. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung kann eine gemüse- und obstreiche Ernährungsweise dazu beitragen, das Risiko für verschiedene Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken. Mit diesem Wissen schmeckt die nächste Portion Gemüse doch gleich noch ein wenig besser, oder?
Wollt ihr euch darüber genauer informieren? Hier findet ihr den externen Link zu der Internetseite der Deutschen Gesllschaft für Ernährung:
https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/gut-essen-und-trinken/dge-ernaehrungskreis/obst-und-gemuese/
🌱 Bessere Verdauung
Hast du häufiger mit deiner Verdauung zu kämpfen? Gerade in stressigen Zeiten schlägt einem vieles auf den Magen und den Darm. Die in Obst und Gemüse enthaltenen Ballaststoffe unterstützen eine normale Verdauung, fördern eine vielfältige Darmflora und können dabei helfen, Verdauungsbeschwerden vorzubeugen.
✨ Schutz vor Zellschäden
Obst und Gemüse enthalten sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe. Viele dieser Stoffe wirken als Antioxidantien und helfen dabei, die Körperzellen vor oxidativem Stress zu schützen.
Und soll ich euch etwas verraten, das besonders für uns Frauen in der Mitte des Lebens interessant sein könnte? Antioxidantien werden häufig mit dem Erhalt einer gesunden Haut in Verbindung gebracht, da sie freie Radikale neutralisieren können. Wissenschaftliche Untersuchungen beschäftigen sich schon lange mit dem Zusammenhang zwischen Antioxidantien und Hautalterung. Über dieses spannende Thema werde ich demnächst einen eigenen Blogbeitrag schreiben.
Gewichtskontrolle
Da Obst und vor allem Gemüse viel Wasser, aber vergleichsweise wenige Kalorien enthalten, sorgen sie oft für ein gutes Sättigungsgefühl. Das kann dabei helfen, das Körpergewicht leichter zu halten.
Und noch ein Punkt, den viele Frauen in den Wechseljahren vermutlich nur zu gut kennen: Während das Abnehmen plötzlich deutlich schwieriger wird, scheint das Zunehmen manchmal erschreckend mühelos zu funktionieren. Umso interessanter ist dieser Aspekt. Mit einer gemüse- und obstreichen Ernährung tut man nicht nur etwas für die Figur, sondern unterstützt gleichzeitig die allgemeine Gesundheit.
Wenn das kein kleiner Jackpot ist!

Ebene 3 – Vollkorn & Kartoffeln (täglich)
Kartoffeln und Vollkornprodukte bilden eine wichtige Grundlage einer ausgewogenen Ernährung. Sie versorgen den Körper lang anhaltend mit Energie und liefern gleichzeitig zahlreiche wertvolle Nährstoffe.
Im Gegensatz zu Weißmehlprodukten wird bei Vollkorn das gesamte Korn einschließlich Schale und Keimling verarbeitet. Dadurch bleiben deutlich mehr Nährstoffe erhalten. Doch was genau sind die Vorteile?
Langanhaltende Sättigung
Die enthaltenen komplexen Kohlenhydrate werden vom Körper nur langsam abgebaut. Dadurch bleibt man länger satt und Heißhungerattacken haben es deutlich schwerer.
Konstanter Blutzuckerspiegel
Vollkornprodukte lassen den Blutzuckerspiegel langsamer ansteigen als stark verarbeitete Kohlenhydrate. Das sorgt für eine gleichmäßigere Energieversorgung und wird im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung häufig mit positiven Effekten auf die Stoffwechselgesundheit in Verbindung gebracht.
Ein glücklicher Darm
Vollkornprodukte enthalten reichlich Ballaststoffe. Diese fördern eine normale Verdauung und dienen vielen nützlichen Darmbakterien als Nahrung. Damit haben wir neben Obst und Gemüse bereits den zweiten großen Baustein für eine gesunde Darmflora gefunden.
Eine echte Nährstoffbombe
Vollkorn liefert wichtige B-Vitamine, die unter anderem für den Energiestoffwechsel und die normale Funktion des Nervensystems benötigt werden. Außerdem enthält es Mineralstoffe wie Magnesium, Eisen und Zink.
Und was ist mit der Kartoffel?
Die Kartoffel wird leider immer wieder als Dickmacher abgestempelt. Dabei ist sie bei einer passenden Zubereitung ein echtes Gesundheitswunder. Sie besteht zu rund 80 Prozent aus Wasser, enthält vergleichsweise wenige Kalorien und sorgt dennoch für ein gutes Sättigungsgefühl.
Das Problem ist also meist nicht die Kartoffel selbst – sondern das, was wir aus ihr machen. Zwischen einer Salzkartoffel und einer Portion Pommes mit reichlich Mayo liegen ernährungsphysiologisch schließlich Welten.
Wo findet man komplexe Kohlenhydrate?
- Vollkornbrot
- Haferflocken
- Naturreis
- Vollkornnudeln
- Kartoffeln
- Hirse
- Quinoa
- Gerste
- Buchweizen
- Vollkorn-Couscous
… um nur einige Beispiele zu nennen.
Wenn ihr mich fragt, gehören Kartoffeln und Vollkornprodukte zu den am meisten unterschätzten Lebensmitteln überhaupt. Sie liefern Energie, halten lange satt und unterstützen gleichzeitig viele wichtige Prozesse in unserem Körper.

Ebene 4 – Proteinquellen (täglich)
Da sind wir schon beim liebsten Thema der Vegankritiker: Wir bekommen keine Proteine. Kleine Aufzählung einiger Proteine gefällig? Denn entgegen der Annahme, man könne den Eiweißbedarf nur mit tierischen Produkten decken, bietet die Pflanzenwelt hervorragende Proteinquellen.
- Hülsenfrüchte: Linsen (rote, braune, Tellerlinsen), Kichererbsen, Bohnen (schwarze, Kidney-, Wachtelbohnen) und Erbsen.
- Sojaprodukte: Tofu, Tempeh, Seitan (Weizeneiweiß) und Sojagranulat (Schnetzel).
- Nüsse und Samen: Hanfsamen, Kürbiskerne, Chiasamen, Leinsamen, Mandeln und Erdnüsse (botanisch eine Hülsenfrucht).
- Vollkorngetreide & Pseudogetreide: Quinoa, Amaranth, Haferflocken, Dinkel-Vollkornnudeln und Buchweizen.
- Gemüse (ergänzend): Brokkoli, Rosenkohl und Spinat liefern für Gemüse vergleichsweise viel Protein.
Ganz unbegründet sind die Bedenken aus unserem Umfeld allerdings nicht. Damit meine ich natürlich nicht, dass Veganer automatisch zu wenig Proteine bekommen, sondern dass Proteine tatsächlich lebenswichtig sind.
Doch warum eigentlich?
Jetzt wird es kurz etwas poetisch: Proteine sind die Bausteine des Lebens. Jede einzelne Körperzelle – von den Muskeln über die Haut bis hin zu den Immunzellen – enthält Proteine und ist auf sie angewiesen.
Proteine, auch Eiweiße genannt, übernehmen im menschlichen Körper eine Vielzahl wichtiger Aufgaben. Da der Körper sie nur begrenzt speichern kann, sollten sie regelmäßig über die Ernährung aufgenommen werden.
Zellaufbau und Gewebereparatur
Proteine werden für den Aufbau und die Erhaltung von Muskeln, Haut, Haaren, Nägeln, Organen und anderen Geweben benötigt.
Immunsystem
Auch Antikörper, die unser Immunsystem bei der Abwehr von Krankheitserregern unterstützen, bestehen aus Proteinen.
Enzyme und Hormone
Viele Enzyme und einige Hormone, etwa Insulin, sind Eiweiße. Sie spielen eine wichtige Rolle bei zahlreichen Stoffwechselprozessen.
Sättigung und Gewichtsmanagement
Proteine sorgen oft für ein lang anhaltendes Sättigungsgefühl und können dabei helfen, Muskelmasse während einer Gewichtsabnahme zu erhalten.
Transport wichtiger Stoffe
Bestimmte Proteine übernehmen Transportaufgaben im Körper. So ist beispielsweise Hämoglobin für den Sauerstofftransport im Blut verantwortlich.
Aber kannst du dir vorstellen, was passiert, wenn wir dauerhaft zu wenig Proteine aufnehmen?
Als ich vor mehr als zehn Jahren auf eine vegane Ernährung umgestellt habe, wusste ich vieles von dem, was ich heute weiß, noch nicht. Während andere begeistert davon berichteten, wie gut es ihnen mit der pflanzlichen Ernährung ging, fühlte ich mich zunehmend unwohl. Erst als ich mich intensiver mit dem Thema beschäftigte, wurde mir klar, dass ich meinen Proteinhaushalt vernachlässigt hatte. Nachdem ich meine Ernährung entsprechend angepasst hatte, verschwanden viele der Probleme, die ich zuvor mit der Umstellung verbunden hatte. Natürlich bedeutet das nicht, dass jeder Veganer automatisch einen Proteinmangel entwickelt. Es zeigt aber, wie wichtig es ist, sich mit seiner Ernährung auseinanderzusetzen – ganz egal, ob man sich vegan, vegetarisch oder omnivor ernährt. Deshalb kann ich die Sorgen vieler Freunde, Eltern oder Bekannter sogar verstehen. Sie möchten oft einfach nur sicher sein, dass wir gut versorgt sind. Und genau deshalb hilft am Ende vor allem eines: Aufklärung.

Ebene 5 – Nüsse, Samen & gesunde Fette (täglich)
Nüsse und pflanzliche Fette sind in der veganen Ernährung lebensnotwendig, da sie den Körper mit essenziellen Fettsäuren versorgen, die er nicht selbst herstellen kann. Zudem ermöglichen sie erst die Aufnahme vieler Vitamine aus Gemüse und liefern konzentrierte Energie.
Hier eine kurze Zusammenfassung, warum Nüsse und pflanzliche Fette für unseren Körper so wichtig sind:
- Aufnahme fettlöslicher Vitamine: Die Vitamine A, D, E und K aus Karotten, Spinat oder Kohl können vom Darm nur in Kombination mit Fett aufgenommen werden. Ohne Fett scheidet der Körper diese Vitamine ungenutzt aus. Das wäre doch eine gigantische Verschwendung, oder?
- Lebenswichtige Omega-3-Fettsäuren: Der Körper benötigt Alpha-Linolensäure (ALA) für die Herzgesundheit, die Gehirnfunktion und zur Hemmung von Entzündungen. Da Veganer logischerweise keinen Fisch essen, sind pflanzliche Quellen die einzige Basis dafür.
- Zellschutz und Gehirnfunktion: Jede einzelne Zellwand im Körper und ein Großteil unseres Gehirns bestehen aus Fettsäuren. Pflanzliche Fette halten die Zellmembranen elastisch.
- Hormonproduktion: Fette steuern die Bildung von Hormonen. Ein extremer Fettmangel kann den Hormonhaushalt massiv stören.
- Nährstoffdichte und Sättigung: Fette verzögern die Magenentleerung. Das sorgt in Kombination mit den Ballaststoffen aus Vollkorn für eine lang anhaltende und gesunde Sättigung.
Nicht jede Fettquelle erfüllt die gleiche Aufgabe:
| Fettquell | Besonderer Nutzen | Ideale Verwendung |
|---|---|---|
| Walnüsse / Leinsamen / Chia | Extrem reich an der essenziellen Omega-3-Fettsäure (ALA). | Im morgendlichen Müsli oder Porridge. |
| Kaltgepresstes Leinöl | Der Spitzenreiter bei Omega-3, wirkt stark entzündungshemmend. | Nur in der kalten Küche (z. B. im Quark oder über fertigem Gemüse). Nicht erhitzen! |
| Olivenöl/Rapsöl | Liefern einfach ungesättigte Fettsäuren, die das Herz und die Cholesterinwerte schützen. | Rapsöl zum Braten, Olivenöl für Salate und mediterrane Gerichte. |
| Avocados | Liefern gesunde Ölsäuren, kombiniert mit Ballaststoffen, Kalium und Vitamin E. | Als Aufstrich oder Salatbeilage. |
| Mandeln / Cashews / Kürbiskerne | Liefern neben gesunden Fetten reichlich Proteine, Magnesium und Zink. | Als Snack für zwischendurch oder als Basis für vegane Soßen. |
Die Besonderheiten von Omega-3-Fettsäuren
Beim Thema Omega-3 wird es für uns Veganerinnen und Veganer etwas spannend. Denn theoretisch kann der Körper alles bekommen, was er braucht – praktisch macht er es uns dabei aber nicht gerade einfach.
Die gute Nachricht zuerst: Pflanzliche Lebensmittel wie Leinsamen, Chiasamen, Walnüsse oder Leinöl enthalten Omega-3-Fettsäuren.
Die weniger gute Nachricht: Der Körper benötigt vor allem die sogenannten aktiven Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA. Diese kommen natürlicherweise hauptsächlich in fettem Seefisch vor.
Nun könnte man denken: „Kein Problem, dann wandelt mein Körper die pflanzlichen Omega-3-Fettsäuren einfach um.“
Und genau hier liegt der kleine Haken.
Unser Körper kann die pflanzliche Omega-3-Fettsäure ALA tatsächlich in EPA und DHA umwandeln. Allerdings arbeitet er dabei ungefähr so motiviert wie ich an einem Sonntagmorgen vor dem ersten Kaffee.
Nur ein kleiner Teil des aufgenommenen ALA wird wirklich in die Formen umgewandelt, die unser Körper am liebsten nutzen möchte.
Deshalb reicht es für viele Menschen nicht aus, einfach gelegentlich ein paar Walnüsse zu knabbern. Wer seinen Bedarf über pflanzliche Lebensmittel decken möchte, sollte regelmäßig gute Omega-3-Quellen in den Speiseplan einbauen.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Erwachsenen etwa 1 bis 1,5 Gramm ALA pro Tag. Da die Umwandlung aber nicht besonders effizient verläuft, wird häufig empfohlen, etwas großzügiger zu planen und regelmäßig Lebensmittel wie Leinsamen, Chiasamen, Walnüsse oder Leinöl zu verwenden.
Zum Glück ist das im Alltag deutlich einfacher, als es sich zunächst anhört. Ein Esslöffel Leinöl im Müsli, ein paar Walnüsse als Snack oder ein Löffel geschrotete Leinsamen im Joghurt – und man ist schon auf einem ziemlich guten Weg.
Der tägliche „Omega-3-Baukasten“
Um diese Menge von 2 bis 4 g ALA sicher zu erreichen, reicht bereits eine der folgenden kleinen Portionen am Tag aus. Sie müssen also nicht alles davon essen, sondern wählen täglich eine Option:
- 1 Esslöffel (ca. 10 g) Leinöl: Liefert rund 5 Gramm ALA (deckt den Bedarf sofort).
- 1,5 Esslöffel (ca. 15 g) geschrotete Leinsamen: Liefern ca. 3,5 Gramm ALA.
- 1,5 Esslöffel (ca. 15 g) Chiasamen: Liefern ca. 3 Gramm ALA.
- 1 Handvoll (ca. 30 g) Walnusskerne: Liefern ca. 2,7 Gramm ALA.
- 2 Esslöffel (ca. 20 g) Hanfsamen: Liefern ca. 1,8 Gramm ALA (gut als Ergänzung).

Ebene 6 – pflanzliche Alternativen & Extras (in Maßen)
Jetzt kommen die Sachen, die superlecker sind, aber bei denen wir uns der Gesundheit zuliebe, etwas zurückhalten sollten.
Pflanzendrinks (mit Calcium angereichert)
Vegane Aufstriche
Vegane Käsealternativen
Pflanzliche Desserts
Möglichst auf Zutatenlisten und Nährwerte achten. Viele dieser Dinge enthalten zu viel Zucker oder Salz, oder beides.

Ebene 7 – Süßigkeiten & Genussmittel (gelegentlich)
- Süßigkeiten
- Chips
- Softdrinks
- Stark verarbeitete Fertigprodukte
- Bier und Wein
Genießen statt verbieten. Uns ist allen klar, dass diese Lebensmittel nicht der Gesundheitskick sind, aber wo bleibt die Lebensfreude, wenn wir uns nicht auch mal etwas gönnen?

Kritische Nährstoffe bei veganer Ernährung
Es gibt einige Nährstoffe, auf die du bei einer veganen Ernährung besonders achten solltest. Das bedeutet nicht, dass eine vegane Ernährung automatisch zu Mangelerscheinungen führt – aber ein wenig Wissen schadet nie.
Allen voran steht Vitamin B12. Dieses Vitamin kommt in einer veganen Ernährung nicht in ausreichender Menge vor und sollte daher über ein geeignetes Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden.
Es lohnt sich, folgende Nährstoffe im Blick zu behalten:
✔️ Vitamin B12 (Supplementierung notwendig)
✔️ Vitamin D (vor allem in den sonnenarmen Monaten)
✔️ Jod
✔️ Omega-3-Fettsäuren
✔️ Eisen
✔️ Calcium
✔️ Zink
Keine Sorge: Diese Liste soll dir keine Angst machen. Viele dieser Nährstoffe lassen sich mit einer gut geplanten Ernährung problemlos abdecken. Wichtig ist lediglich, dass man sie kennt und ihnen etwas Aufmerksamkeit schenkt.
Eine regelmäßige Kontrolle der Nährstoffversorgung kann dennoch sinnvoll sein. Besonders den Vitamin-B12-Status sollte man im Auge behalten. Ich persönlich lasse meine Werte einmal im Jahr beim Arzt überprüfen. Das gibt mir Sicherheit und sorgt dafür, dass ich meine vegane Ernährung entspannt genießen kann, ohne ständig grübeln zu müssen, ob ich auch wirklich an alles gedacht habe.
Hier noch eine Zusammenfassung, in einer Grafik:

