Meine Romane

Neues Ich – ab Montag

Nun ist es endlich so weit: Mein erster Roman steht in den Regalen und ist als E-Book über Amazon erhältlich.

Ich bin unglaublich stolz darauf, dieses Projekt bis zum Ende durchgezogen zu haben. Natürlich gab es unterwegs auch Momente, in denen ich gezweifelt habe oder die Motivation kurz verschwunden war. Doch genau deshalb fühlt es sich jetzt umso schöner an, das fertige Buch in den Händen zu halten.

Vor allem aber ist mir die Geschichte selbst sehr ans Herz gewachsen. Während des Schreibens haben mich einige Figuren über Monate begleitet und wurden fast zu alten Bekannten. Besonders Oma Liselotte und der grummelige Tierheimhund Groomy haben einen festen Platz in meinem Herzen erobert. Sie haben mich zum Lachen gebracht, berührt und die Geschichte auf eine Weise bereichert, die ich mir am Anfang selbst nicht hätte vorstellen können.

Umso mehr freue ich mich über jede Leserin und jeden Leser, der Mala auf ihrem chaotischen Weg durch den Selbstoptimierungswahnsinn begleitet.

Leseprobe,

Eine Nachricht von Anna hatte mich darüber informiert, dass heute Abend unser Sportprogramm starten würde.
„Und iss vorher nichts, mit vollem Magen trainiert es sich nicht gut!“
Diese Schreckensmeldung hatte dazu geführt, dass ich in der Mittagspause zu Achmed, dem Dönermann meines Vertrauens, rannte und mir vorsorglich alles doppelt bestellte: Dönerteller, Pommes und zum Abschluss noch eine Portion Falafel.
Man wusste ja nie.
Zugegeben, als ich für den Termin mit meiner Freundin die Arbeitstasche packte, war ich noch immer so vollgefressen, dass ich mich kaum bewegen konnte.

Anna wartete vor der Redaktion. Wie immer perfekt gestylt – in einem Sportoutfit mit knallengen Leggings und einem bauchfreien Gymnastiktop. Nannte man das heute noch so? Keine Ahnung. Ich trug beim Sport nur weite T-Shirts, falls ich mich überhaupt mal zu Bewegung zwang.
„Hey, Süße!“
Die Begrüßung fiel so laut aus, dass jeder ihre Anwesenheit zur Kenntnis nahm. Diese Frau brauchte immer Publikum.
„Hast du deine Schwimmsachen eingepackt?“
Äh … nein.
Als sie mein verwirrtes Gesicht sah, rollte sie genervt mit den Augen. „Kein Problem, dann fahren wir kurz bei dir vorbei. Ich würde dir ja was von mir leihen, aber … na ja, du verstehst schon!“
Ja. Danke. Ich verstand. Sie wollte mir zum wiederholten Mal sagen, dass ich zu fett war, um in ihre XS Klamotten zu passen.
Zwanzig Minuten später lag die Schwimmtasche neben meinen Arbeitsutensilien auf Annas Rückbank, und wir bretterten los.
„Wohin fahren wir?“, fragte ich.
Sie lächelte, ohne den Blick von der Straße zu nehmen. „Am Anfang starten wir mit etwas Leichterem: Aqua-Yoga.“
Mmm.
Okay.
Wie schlimm konnte das schon werden?
„Kurze Frage“, hakte ich nach. „Wenn wir doch gleich im Wasser herumhampeln, warum trägst du dann das Outfit einer Fitnesslehrerin?“
Anna schüttelte verständnislos den Kopf. „Wenn du Sport machst, musst du dich auch mental hineinfinden. Und was beeinflusst eine Frau am meisten?“ Die Liebe? Ein gutes Buch? Ihre Couch und Wollsocken?
„Natürlich ihre Kleidung“, fuhr sie fort. „Du bist, was du trägst.“
Ach so.
Vielleicht war das ja das Geheimnis. Konnte ich mich deswegen so wenig mit dem Gedanken anfreunden, gleich im Wasser zu planschen? Ich würde mir das merken. Ausprobieren. Man könnte es sogar in meiner Kolumne verarbeiten.
War das etwa die Lösung für all die Frauen, die lieber zu Hause chillten, statt ihren Körper im Fitnessstudio zu schinden?
Das wäre ja fast so, als hätte man den Heiligen Gral gefunden.

Das „leichtere Einstiegsprogramm“, wie Anna es nannte, entpuppte sich als ein Kursraum mit Becken, in dem etwa zwanzig Frauen standen, die aussahen, als wären sie direkt einem Yogakatalog entsprungen. Schlank, gebräunt, mit diesen unfassbar entspannten Gesichtern, die suggerierten, dass sie schon morgens um sechs mit einem grünen Smoothie und Dankbarkeit aufwachen.
Ich hingegen trug einen Badeanzug, der einmal mintgrün gewesen war und inzwischen eher grau wirkte, nachdem Rafael ihn versehentlich mit der dunklen Wäsche in die Maschine geworfen hatte. Super. So passte er farblich perfekt zu meiner Stimmung.
„Willkommen beim Aqua-Yoga“, säuselte die Trainerin. Sie war barfuß, trug weiße Leinenhosen und hatte eine Stimme, bei der ich sofort das dringende Bedürfnis verspürte, mich hinzulegen und ein Nickerchen zu machen. Diese Frau war höchstens fünfundzwanzig Jahre alt, wie übrigens der Großteil der Kursteilnehmerinnen, und wog geschätzt fünfundvierzig Kilo. Ich zog sowohl den Alters- als auch den Gewichtsdurchschnitt deutlich nach oben.
„Wir verbinden heute Wasser, Bewegung und unseren inneren Fluss.“
Apropos innerer Fluss: Meine Blase fühlte sich durch das plätschernde Wasser und den vielen Kaffee des Bürotages inspiriert, ihren gesamten Inhalt ebenfalls auf den Weg des Friedens in die Freiheit zu schicken. Es kostete mich enorme Konzentration, diesem Wunsch nicht nachzugeben.
Anna positionierte sich selbstverständlich in der ersten Reihe, während ich, in freudiger Erinnerung an meinen Sportunterricht in der Schulzeit, eine möglichst unauffällige Randposition suchte. Vor mir stand eine große, dünne Frau, die sich umdrehte.
„Namaste“, säuselte sie lächelnd.
Ich nickte knapp. Ja. Du mich auch.
„Wir beginnen mit dem Sonnengruß“, erklärte die Trainerin. „Lasst eure Arme sanft durch das Wasser gleiten.“
Sanft.
Meine Arme glitten nicht. Sie pflügten. Wie ein Traktor auf nassem Acker. Das Wasser schwappte bedrohlich, und die Dame neben mir, warf mir einen Blick zu, als hätte ich ein militärisches Manöver eingeleitet.
„Spürt euren Körper“, hauchte die Trainerin.
Ich spürte ihn. Und zwar deutlich. Vor allem meine Oberschenkel. Die verursachten Geräusche. Niemand hatte mich darauf vorbereitet, dass Haut, die aneinanderreibt, unter Wasser eine eigene Akustik entwickelt.
„Und jetzt das Gleichgewicht“, sagte sie fröhlich. „Ein Bein anheben.“
Ich hob das Bein.
Oder besser gesagt: Ich versuchte es.
Mein Körper entschied sich jedoch für einen anderen Weg, nämlich seitlich. Panisch griff ich nach dem Beckenrand und klammerte mich daran, als wäre er mein letzter Halt im offenen Meer.
„Innerlich loslassen“, flötete die Trainerin.
Nein. Niemals.
Während um mich herum grazile Frauen auf einem Bein standen, die Augen geschlossen, der Geist irgendwo zwischen Bali und Nirwana, pappte ich am Beckenrand. Und dabei fragte ich mich, ob man hier einen Rettungsschwimmer rufen konnte, ohne dass es zu peinlich wurde. Diese Position, gemütlich an die Wand gelehnt, von der Trainerin unentdeckt, entpuppte sich als überraschend bequem.
Dann begann die Musik.
Indisches Gedudel. Monoton. Hypnotisch.
Ich weiß nicht, ob es am Wasser, an der Wärme oder an meinem üppigen Mittagessen lag, aber die Augenlider wurden schwer.
Sehr schwer.
Ich döste weg.
Bis ein GONG ertönte.
Ich schrie.
Ein hoher, panischer Schrei, der sich unter Wasser noch dramatischer anhörte. Reflexartig sog ich Luft ein, was sich als ungünstig herausstellte, da meine Lungen sich sofort mit Flüssigkeit füllten, oder es fühlte sich zumindest so an. Ich strampelte, ruderte, verlor endgültig den Halt.
Mehrere Yogafrauen griffen nach mir.
Eine von links, eine von rechts. Eine von hinten.
„Ganz ruhig“, sagte jemand.
„Atmen“, eine andere.
„Mein Gott, ist die schwer!“, eine dritte.
Frechheit!
Ich wurde an den Beckenrand gezogen, hustete, japste und fühlte mich wie eine gestrandete Seekuh.
Anna stand daneben.
Die Hände gefaltet.
Ein Ausdruck tiefer Erleuchtung im Gesicht.
Ich sah sie tropfnass, keuchend und mit wirren Haaren an.
„Das war jetzt schon ein wenig peinlich“, flüsterte sie, wobei Flüstern bei Anna bedeutete, dass es garantiert jeder hörte.
Danke, Anna. Wofür sind Freundinnen da?
Die Trainerin klatschte motivierend in die Hände. „Okay, nach diesem kleinen Schreck wollen wir den heutigen Kurs abschließen. Bitte noch einmal Konzentration!“
Die Frauen nahmen erneut Position ein und verfielen in ein weiteres „Om“, oder was auch immer das sein sollte.
Ich blieb zitternd und traumatisiert am sicheren Ufer sitzen, mit der einzigen Genugtuung, dass die Yogaschwestern nicht wussten, dass ich im Todeskampf zuvor meine Blase in ihrem Becken der Besinnlichkeit entleert hatte.
Außerdem kam ich zu der Erkenntnis, dass dieses Aqua-Yoga-Gedöns vieles war, aber ganz sicher nichts für Menschen wie mich.

Entsprechend fiel mein Kolumnenfazit für den nächsten Tag aus.

Kolumne: Neues Ich – ab Montag

Aqua-Yoga: Wenn der innere Fluss zum Tsunami wird.

Manchmal frage ich mich wirklich, wer diese Kursnamen erfindet. Aqua-Yoga klingt nach Leichtigkeit, nach Schweben, nach Entspannung. Eine sanfte Einstiegsvariante in ein neues, besseres Ich.

Spoiler: Es ist eine Lüge. Und zwar eine sehr nasse.

Wir, liebe Verbündete, suchen doch eigentlich nach einer Sportart für Bewegungslegasthenikerinnen, für unsportliche, leicht unförmige Frauen. Einen sanften Einstieg, ein bisschen Entspannung, und wenn es dem Körper guttut, soll es auch kein Schaden sein.

All das hatte ich von einer Sportart erwartet, die sich mit dem chilligen Namen Aqua-Yoga schmückt. Leider kam es anders.

Außer mir gab es keine weitere Teilnehmerin mit Gewichtsproblemen oder in einem etwas fortgeschritteneren Alter. Kurz gesagt: Nur ich war älter, dicker und trug einen Badeanzug.
Die anderen Damen wirkten, als kämen sie direkt vom Set von Baywatch, allerdings im Bikini statt in der legendären roten Schwimmbekleidung.

Die Trainerin sprach viel von „innerem Fluss“, „Loslassen“ und „Gleichgewicht“.
Ich hörte vor allem das Wasser.
Und meinen Körper.

Der machte Geräusche, von denen ich bis dato nicht wusste, dass sie unter Wasser überhaupt möglich sind.

Dann diese Musik, indisches Gedudel, monotones Summen. Eine Soundkulisse, die einen entweder einschläfert oder aggressiv macht. Bei mir trat Variante eins ein, und ich garantiere Ihnen: Variante zwei wäre angesichts der vielen Wassermassen um mich herum deutlich ungefährlicher gewesen.

Die kurze Nahtoderfahrung lehrte mich innerhalb weniger Sekunden, dass diese Sportart nicht für meinen Körper gemacht ist, und das ist auch vollkommen in Ordnung. In den kommenden Monaten werde ich versuchen, jede Form von Planschbecken konsequent zu meiden, bis ich mein Trauma verarbeitet habe.

Fazit:
Aqua-Yoga ist sicher wunderbar.
Für Menschen mit Gleichgewicht, Körperspannung und spiritueller Gelassenheit.

Alle anderen, zu denen ich mich ebenfalls zähle, sollten weitersuchen, bis sie etwas Passenderes gefunden haben.

Aber ich gebe nicht auf und werde mich auf weitere Abenteuer in der Welt des Sports, der Entspannung und des Wohlbefindens begeben.

Ihre
Mala

Nachdem ich auch diesen Bericht, gegen die ausdrücklichen Anweisungen meiner Vorgesetzten, vorab auf den Social-Media-Kanälen veröffentlicht hatte, schaltete ich zufrieden den Rechner aus und schleppte den vor lauter Entspannung schmerzenden Knochen zu meinem bereits schnarchenden Mann ins Bett.
Für heute hatte ich mehr Sport getrieben, als mir lieb war.

Worum geht es genau, in Malas Geschichte?

Beschreibung

Ein humorvoller Frauenroman über Selbstoptimierung, gesellschaftlichen Druck und den Mut, einfach man selbst zu bleiben. Mala ist 46, Journalistin, glücklich verheiratet und eigentlich ziemlich zufrieden mit ihrem Leben. Sie mag gemütliche Abende auf der Couch, gutes Essen, ihren kleinen Garten und einen Mann, der sie genauso liebt, wie sie ist. Auch mit ihren 82 Kilo.
Mala glaubt nicht, dass sie etwas verändern muss.
Ihre beste Freundin Anna schon.
Denn Anna ist überzeugt: Mala muss sich dringend verbessern. Schlanker werden. Sportlicher. Disziplinierter. Kurz gesagt: Endlich die beste Version ihrer selbst.
Was folgt, ist ein gnadenloser Selbstoptimierungs-Marathon aus fragwürdigen Diäten, schmerzhaften Sporteinheiten und jeder Menge schlechter Laune. Als wäre das nicht schon schlimm genug, verdonnert Malas Chefin sie auch noch dazu, ihr persönliches Chaos öffentlich in einer Kolumne auszubreiten.
Plötzlich wird ihr gescheitertes „Neues Ich“ zu einem Event für alle.
Und dann taucht Groomy auf.
Ein alter Tierheimhund mit mieser Laune, Starrsinn und der sozialen Kompetenz eines schlecht gelaunten Türstehers. Ausgerechnet dieser mürrische Vierbeiner bringt Mala dazu, sich endlich die richtigen Fragen zu stellen:
Warum soll sie jemand werden, der sie gar nicht sein will?
Wer entscheidet eigentlich, was ein gutes Leben ist?
Und wieso fühlt sich ihre „Selbstverbesserung“ so verdammt falsch an?

Mit viel Humor, Herz und Selbstironie erzählt dieser Roman von toxischen Freundschaften, echtem Liebesglück und dem ganz normalen Wahnsinn moderner Selbstoptimierung.
Ein Buch für alle Frauen, die keine Lust mehr darauf haben, ständig „besser“ werden zu müssen, und stattdessen anfangen wollen, ihr eigenes Leben zu lieben.
Denn manchmal beginnt das echte Glück genau dort, wo man aufhört, jemand anderes sein zu wollen.

Lesermeinungen:

Stimmen aus Leserrezensionen auf Amazon

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Ein Lob, das mich persönlich sehr berührt hat

Am Anfang meiner Buchveröffentlichung habe ich mir viele Buchblogs angesehen und einige Bloggerinnen angeschrieben, um ihnen meinen Roman vorzustellen. Dabei ist mir ein Blog ganz besonders ins Auge gefallen. Nicht nur wegen der liebevollen Gestaltung, sondern auch, weil mich die Themen sofort angesprochen haben. Zugegebenermaßen hätte ich ihn wahrscheinlich auch dann zu meinen Favoriten hinzugefügt, wenn mein Buch dort nie erwähnt worden wäre.

Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich eine positive Rückmeldung erhielt und die Bloggerin Interesse an meinem Roman zeigte. Allerdings lief rund um die Veröffentlichung nicht immer alles nach Plan. Mehrfach musste ich den Versand des Rezensionsexemplars verschieben und war sehr dankbar, dass diese sympathische Bloggerin trotzdem geduldig geblieben ist und mir nicht abgesprungen war.

Als mich schließlich ihre Rezension erreichte, war ich offen gesagt ziemlich gerührt. Warum? Weil man als Autorin viel Herzblut in seine Geschichte steckt und nie weiß, wie sie bei anderen Menschen ankommt. Zu lesen, dass jemand die Figuren, die Handlung und die Botschaft verstanden hat, bedeutet oft mehr als jede Verkaufszahl.

Warum mich diese Rezension so berührt hat, könnt ihr hier selbst nachlesen:

https://www.lifewithaglow.de/neues-ich-ab-montag-oder-meine-rezension

Seid ihr interessierte Buchblogger oder von der Presse? Dann ladet euch doch meine Pressemappe herunter:

https://berenice-isst-vegan.com/pressemappe-zu-neues-ich-ab-montag-berenice-humpert/

Bild: Ki Generiert

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