Natur und Auszeit für Frauen Ü40

Entscheidungen treffen in den Wechseljahren – wie der Wald Klarheit schenken kann

Unser Alltag ist gespickt mit Veränderungen – gerade bei uns Frauen jenseits der 40, wenn die ersten Spuren der Wechseljahre uns plötzlich auszubremsen scheinen.

Mit all der angesammelten Lebenserfahrung ist man es eigentlich gewohnt, Entscheidungen zu treffen. Doch was, wenn es einem auf einmal zu viel wird?

Was, wenn größere Einschnitte bevorstehen und es mehrere Lösungen gibt? Wenn man merkt, dass Entscheidungen treffen in den Wechseljahren plötzlich schwerer fällt als früher?

In vielen Fällen gibt es nicht den einen richtigen Schritt, den man gehen kann, sondern unzählige kleinere Wege.

Aber was passiert, wenn man die falsche Weggabelung nimmt?

Foto: Berenice Humpert

Naturcoaching: Klarheit finden im Wald

Auch ich befand mich in dieser Situation – oder besser gesagt: Ich befinde mich noch immer mittendrin. Veränderung ist kein kurzer Sprint, sondern ein langwieriger Prozess, der täglich neue Entscheidungen fordert.

Durch meine Ausbildung im Lifecoaching und in der Stress- und Burn-out-Beratung war mir der theoretische Hintergrund bestens vertraut.

Aber kann man all das wirklich auf sich selbst anwenden?

Welche Methode passt zu mir?

Lest hierzu bitte auch meinen Beitrag:

https://berenice-isst-vegan.com/natur-auszeiten-fuer-frauen-ue-40-hund-erholung-im-alltag/wald-stille-kraft-tanken-im-gruenen-naturparadies/

Ich recherchierte im Internet, las unzählige Bücher – und plötzlich war es da: Naturcoaching und Waldbaden.

Foto: Berenice Humpert

Naturcoaching oder Waldbaden – wo liegt der Unterschied?

Das ist eine angebrachte Frage. Beides bezieht die Natur mit ein, doch werden völlig unterschiedliche Ziele in Angriff genommen. So geht es beim Waldbaden um das „Sein“, während man beim Naturcoaching nach Lösungen sucht.

Bild: KI generiert

Waldbaden – Shinrin-Yoku

Dieser Begriff entstand in Japan und beschreibt das bewusste Eintauchen in die Atmosphäre des Waldes.

In erster Linie dient das Waldbaden der Entspannung, der Gesundheit und der Stressprävention. Man nimmt den Wald mit allen Sinnen wahr. Der Weg führt ziellos durch die Natur. Dabei lauscht man dem Knacken der Äste unter den Füßen und dem Rauschen des Windes in den Baumwipfeln. Der Geruch von Pflanzen, Erde und Laub wird bewusst wahrgenommen, und auch der Atem wird ruhiger und tiefer.

Doch was ist das Ziel?

Das Nervensystem soll sich beruhigen, das Immunsystem gestärkt werden. Der Kopf darf Pause machen. Alltagssorgen treten in den Hintergrund, Leistungsdruck, Probleme und das Smartphone spielen plötzlich keine Rolle mehr.

Waldbaden ist auf gewisse Weise eine Meditation im Gehen. Am Ende fühlt man sich entspannter, freier und wieder stärker mit dem verbunden, was wirklich wichtig ist.

Foto: Berenice Humpert

Naturcoaching

Die Natur ist dein Co-Coach und unterstützt dich bei der Lösung von Problemen – sei es bei der Arbeit, in der Partnerschaft oder in der Familie.

Beim Naturcoaching liegt der Fokus auf der Persönlichkeitsentwicklung und, wie bereits erwähnt, auf Entscheidungshilfe und Problemlösung.

Doch wie funktioniert das genau?

Es gibt verschiedene Coaching-Methoden, die angewendet werden. Häufig dienen Elemente der Natur als Symbole. Ein umgestürzter Baum kann beispielsweise für eine Blockade im Leben stehen, ein Wegweiser für eine anstehende Entscheidung.

Im Grunde lässt sich alles, was einem auf einem Coaching-Spaziergang begegnet, auf die eigene Situation übertragen und als Impuls nutzen. Der Coach begleitet diesen Prozess, baut Übungen ein und weist auf bestimmte Signale oder Wahrnehmungen hin.

Das Ziel ist es, konkrete Antworten auf Lebensfragen zu finden oder innere Blockaden zu lösen. Man geht mit einer Fragestellung in das Coaching – und kommt mit einer neuen Erkenntnis zurück.

Waldbaden oder Naturcoaching – der Unterschied einfach erklärt

Beim Waldbaden lässt du die Welt draußen und kommst ganz bei dir an.
Beim Naturcoaching nimmst du die Welt bewusst wahr, um dich und deine Situation im Wald neu zu ordnen.

Foto: Berenice Humpert

Naturcoaching für Frauen mit beiden Füßen im Leben

Schnell musste ich erkennen, dass ich im Grunde schon seit meiner Kindheit die Natur als Hilfsmittel und Ratgeber genutzt habe. Schon in jungen Jahren bin ich bei Problemen mit meinem damaligen Hund in den Wald gelaufen und habe meiner Wut freien Lauf gelassen. Danach konnte ich ruhiger hinterfragen, ob das Problem wirklich so unlösbar war, wie es sich zunächst angefühlt hatte.

Natürlich gab es am Ende immer eine Lösung.

Ich bin allerdings eine bodenständige Frau. Naturheilkunde, Achtsamkeit und sogar der alten Heilkunst des Ayurveda stehe ich interessiert und offen gegenüber. Dennoch fällt es mir persönlich schwer zu glauben, dass allein die Umarmung eines Baumes meine Probleme löst.

Bitte nicht falsch verstehen: Erlaubt ist, was hilft. Es gibt mit Sicherheit viele Menschen, denen genau diese Technik guttut. Wir sind unterschiedlich, und auch diese Form des Naturcoachings hat ihre Berechtigung.

Aber gibt es nicht auch etwas für die anderen? Für diejenigen, die – so wie ich – geerdet bleiben und dennoch die Kraft des Waldes nutzen möchten?

Foto: Berenice Humpert

Naturcoaching mit systemischem und psychologischem Ansatz

So habe ich für mich einen Weg gefunden, die Natur weniger als „magischen Raum“ zu betrachten, sondern eher als neutrale Zone – zur physiologischen Unterstützung und als Geber von Metaphern.

Ein kurzes Beispiel: Als ich vor der schwierigen Entscheidung stand, in welche Richtung sich meine berufliche Laufbahn entwickeln sollte, habe ich die Natur als eine Art externes Whiteboard genutzt. Diese Vorgehensweise stammt aus der systemischen Arbeit.

Ich habe verschiedene Gegenstände wie Steine, Zapfen, kleine Äste oder Eicheln gesammelt. Jedes einzelne Teil stand für eine mögliche Entscheidung. Ich konnte die Symbole immer wieder neu anordnen, verschieben und zueinander in Beziehung setzen.

Durch dieses bewusste Hin- und Herschieben wurden auch meine Gedanken beweglicher. Probleme konnten verlagert werden, neu betrachtet und anders gewichtet werden.

Diese Technik hat nichts mit Zauberei zu tun. Sie dient der Visualisierung. Das Gehirn wird entlastet – und plötzlich entstehen neue Perspektiven.

Foto: Berenice Humpert

Fazit

Gerade wir Frauen in der Lebensmitte tragen viel Verantwortung. Für Familie, Beruf, vielleicht auch für ein Tier. Wir funktionieren, organisieren und entscheiden.

Doch wer hilft uns, wenn wir selbst nicht mehr weiterwissen?

Der Wald gibt keine fertigen Antworten.
Aber er erinnert uns daran, dass wir sie längst in uns tragen.

Für manche von uns reicht bereits ein einfacher Spaziergang, um in der Stille eine Lösung zu finden. Andere benötigen Unterstützung und konkrete Techniken. Hier kann ein Naturcoaching hilfreich sein.

Allerdings muss jede Frau den für sich richtigen Weg finden: eher einen meditativen Ansatz im Einklang mit der Natur oder einen bodenständigen, wissenschaftlich fundierten Weg, der die Natur als Unterstützung nutzt.

Alle Möglichkeiten haben ihre Berechtigung, wenn sie zu dir passen und dich aus deiner Ratlosigkeit herausführen.

Suchst du noch weitere, hilfreiche Tipps? Hier findest du externe Links, zu anderen Internetseiten:

https://www.wanderzentrale.de/waldbaden/

https://www.bundesverband-waldbaden.de/waldbaden/

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