
Die Dolomiten – wo die Natur deine Seele wieder einfangen kann
Letzten Sommer waren wir zum ersten Mal mit dem Wohnmobil in den Dolomiten. Lest dazu auch meinen Blogartikel:
Die Faszination, die von dieser Bergwelt ausgeht, hat uns sofort gepackt. Manchmal gibt es einfach Orte, an denen die Natur so überwältigend ist, dass man automatisch langsamer wird. Die Dolomiten sind genauso ein Ort.
Unser Campingplatz war, wie immer, einfach zufällig gewählt und lag bei San Cassiano in Südtirol. Dieser Platz liegt im Gadertal auf 1690 m Höhe – umgeben von Pinienwäldern und riesigen Bergmassiven.
Allein dieser Anblick, wenn man am Abend gemütlich vor seinem Van sitzt und den Vögeln lauscht, ist unbezahlbar.
Oft denke ich, wenn ich an so einem Ort bin, was diese Berge und vermutlich sogar die Bäume bereits gesehen, gehört und erlebt haben. Wie viele Menschen haben dort gesessen und dem Fels – oder Gott, oder einer anderen höheren Macht – ihren Kummer geklagt? Und wie oft hat man in dieser Atmosphäre Antworten auf seine Fragen gefunden?
Ein beeindruckender Gedanke, oder?

Doch was ist es noch, was die Dolomiten so toll macht?
Die Dolomiten gehören zu den spektakulärsten Gebirgslandschaften Europas und sind Teil der UNESCO-Weltnaturerbe-Liste. Charakteristisch sind ihre hellen Kalkfelsen, die bei Sonnenuntergang rosa und orange leuchten – ein Phänomen, das die Einheimischen „Enrosadira“ nennen. Und doch sind die Dolomiten mehr, als nur ein Fotomotiv.
Sie sind ein Ort, an dem man wieder spürt, wie klein der Mensch eigentlich ist – und wie wohltuend diese Erkenntnis sein kann.
Zwischen Almwiesen, Bergseen und stillen Wäldern fällt es leicht, den Kopf freizubekommen.
Und jetzt kommt Mala, meine Romanheldin aus meinem Buch „Neues Ich – ab Montag“, ins Spiel. Genau aus all den bereits genannten Gründen nimmt sie, als sie am Boden liegt, eine Auszeit in dieser faszinierenden Bergwelt.
Denn in jedem Buch, das man schreibt, steckt auch ein wenig von einem selbst. Wenn es also mir als Autorin hilft, an diesem Ort meine Gedanken neu zu ordnen – warum sollte es Mala nicht auch gelingen?
Ob Mala ihre Antworten findet und mit welchen Erkenntnissen sie Italien schließlich verlässt, erfahrt ihr in meinem Roman.
Wenn euch Geschichten über Neuanfänge, Selbstfindung und mutige Entscheidungen interessieren, schaut gern auch in meinen Beitrag über Frauenromane ab 40.
Wandern zwischen Himmel und Erde
Aber wieder zurück zu diesem bezaubernden Stückchen Welt. Wenn ihr das Wandern liebt, gerade um in der Stille der Natur neue Kraft zu tanken oder den Kopf frei zu bekommen, seid ihr hier genau richtig.
Es gibt alles: von mehrtägigen Wanderungen mit Hüttenübernachtungen über anstrengende Tagestouren bis hin zu gemütlichen Spaziergängen mit anschließender Einkehr in einer der bewirtschafteten Berghütten.
Und wer jetzt denkt, es gehe stets über komplizierte Wege und spektakuläre Aufstiege, der irrt. Es gibt alles: von gemütlichen Almwanderungen, auch ohne besonders große Kondition oder wenn man gesundheitlich nicht ganz so gut unterwegs ist, bis zu besagten spektakulären Höhenwegen.
Dazu kommen kristallklare Bergseen, die man an einigen Stellen sogar für eine kleine Abkühlung nutzen kann. Außerdem gibt es einsame Waldwege, die dich eins werden lassen mit der Natur.
Besonders beeindruckend sind:
- Drei Zinnen (Tre Cime di Lavaredo) – das ikonische Wahrzeichen der Dolomiten
- Lago di Braies – ein smaragdgrüner Bergsee, der fast unwirklich wirkt
- Seiser Alm – die größte Hochalm Europas mit unzähligen Wanderwegen
Natur als Stress-Therapie
Mich als Naturberaterin interessiert es natürlich besonders, welchen Einfluss diese Umgebung auf unsere Psyche hat. Und auch hier stellt sich einmal wieder heraus, dass die Natur die besten Therapeuten stellt. Viele Menschen berichten, dass sie bereits nach wenigen Tagen in den Dolomiten erholsamer schlafen können und ihre Gedankenkarussells verstummten, oder sich zumindest verlangsamten. Aber welcher Auslöser ist dafür genau verantwortlich?
Die Kombination aus Höhenluft, Wald, Wasser und Bewegung kann erstaunlich viel bewirken:
- Stresshormone sinken
- Gedanken werden klarer
- die Atmung wird ruhiger
- der Körper kommt wieder ins Gleichgewicht
Außerdem stärkt das Bergwandern, ganz besonders bei dieser Kulisse, dein Mindset. Wenn dir bereits die Beine schmerzen und du denkst: Weiter kann ich jetzt nicht gehen, marschierst du trotzdem weiter.
Du hast somit ganz klassisch deinen inneren Schweinehund überwunden. Du bist noch einen Schritt weiter gegangen, als du es dir selbst zugetraut hättest.
Das verändert viel bei deinem Selbstbild, denn plötzlich ist da die Erkenntnis, dass man mehr schaffen kann – vielleicht sogar jeden metaphorischen Felsbrocken in seinem Leben überwinden oder zur Seite schieben kann.

Manchmal braucht es nur einen Berg für eine Entscheidung
Auch mir ging es im letzten Jahr so – stand ich doch vor der schweren Entscheidung: In einem Beruf bleiben, der mich krank und unglücklich macht und mein Sozialleben sowie die Harmonie in meiner Beziehung zerstört, oder den Sprung ins kalte Wasser wagen, alles riskieren und als Buchautorin und Naturberaterin neu durchstarten?
Als ich nun, mit freien Gedanken, alles gegeneinander abwog, traf ich die mutige Entscheidung, ein neues Kapitel in meinem beruflichen Leben aufzuschlagen – außerhalb meiner sicheren Komfortzone, hinein in ein unvorhersehbares Abenteuer.
Ob ich diese Gedanken auch an einem anderen Ort gehabt hätte und dort vielleicht zu derselben Entscheidung gekommen wäre? Man weiß es nicht.
Aber so bin ich mir sehr sicher, dass es diese Landschaft und die Stille waren, die meinen Entschluss gefestigt und mir den Mut gegeben haben.

Fazit: Wenn die Natur Antworten flüstert
Die Dolomiten sind weit mehr als nur ein beeindruckendes Reiseziel. Sie sind ein Ort, der einen still werden lässt, der Raum schafft für Gedanken und Entscheidungen, die im hektischen Alltag oft keinen Platz finden.
Zwischen Bergen, Wäldern und weiten Almwiesen wird vieles plötzlich klarer. Vielleicht liegt es an der Stille. Vielleicht daran, dass man Schritt für Schritt unterwegs ist und der Kopf dabei endlich Zeit bekommt, aufzuholen.
Für mich persönlich waren diese Tage in den Dolomiten mehr als nur ein schöner Urlaub. Sie waren der Moment, in dem ich den Mut gefunden habe, mein berufliches Leben neu auszurichten und einen Weg einzuschlagen, der sich endlich richtig anfühlt.
Diese Erfahrung hat mich nicht nur als Autorin geprägt, sondern auch in meiner Arbeit als Naturberaterin. Denn immer wieder erlebe ich, wie sehr uns die Natur helfen kann, den eigenen Gedanken zuzuhören und neue Perspektiven zu finden. Genau deswegen werden wir diese faszinierende Bergwelt in diesem Jahr noch einmal besuchen – einen neuen, uns noch unbekannten Ort, aber bestimmt nicht weniger beeindruckend. Ich werde euch dann davon berichten.
Aber zurück ins Heute: Vielleicht ist es genau diese Kraft der Natur, die auch meine Romanfigur Mala in meinem Buch begleitet. Auch sie begibt sich irgendwann im Laufe der Geschichte auf eine Reise – nach Italien und zu sich selbst.
Ob sie dort findet, wonach sie sucht, und mit welchen Erkenntnissen sie schließlich zurückkehrt, erzähle ich in meinem Roman.
Und wer weiß – vielleicht wartet auch irgendwo in der Natur ein Ort auf dich, an dem plötzlich alles ein wenig klarer wird.
Für mich waren es damals die Dolomiten, die mir genau diesen Moment der Klarheit geschenkt haben.


