Unsere erste Idee, wenn wir Naturcoaching hören

Wenn wir das Wort Naturcoaching oder Waldbaden hören, entsteht bei vielen von uns sofort ein sehr spezielles Bild im Kopf.
Menschen in wallenden 70er-Jahre-Gewändern, barfuß, leicht entrückt, die im Schneidersitz unter einer alten Eiche sitzen und ein monotones „Hoooomm“ von sich geben.
Hand aufs Herz: Genau dieses Bild hatte ich auch.
Und – jetzt kommt der unangenehme Teil – erstaunlich oft wurde es sogar bestätigt.

Naturcoaching ohne Esoterik möglich?
Aber wenn wir mal ehrlich sind und wirklich in uns hineinhören, genießen wir die Ruhe und die „gesundmachende Wirkung“ der Natur wahrscheinlich viel öfter, als uns bewusst ist.
Wie oft gehen wir mit unserem Hund in den Wald, lassen das Handy einfach mal in der Tasche und lauschen dem Zwitschern der Vögel oder dem leisen Knistern der Äste unter unseren Füßen?
Oder warum verzichten so viele von uns beim Waldlauf oder Walken ganz bewusst auf Musik – obwohl die Playlist eigentlich bereitsteht?
Nicht, weil wir plötzlich besonders spirituell sind.
Sondern weil es sich einfach gut anfühlt.
Okay, zugegeben: Wenn man das jetzt so liest, klingt es schon wieder ein kleines bisschen nach Esoterik.
Aber wenn wir ehrlich sind, erkennen wir uns hier vermutlich alle wieder.
Und genau das ist der Punkt:
Ohne es zu merken, nutzen wir die Natur längst als Ausgleich, als Ruhepol – manchmal sogar als Problemlöser.
Wenn wir nicht darüber nachdenken, coacht die Natur uns bereits.
Still, unaufdringlich und völlig ohne Hoooomm.

Was bedeutet Natur für mich?
Früher war es – vermutlich ganz klassisch – mein Großvater, der mich mit in den Wald genommen hat.
Er hat mir alles gezeigt: die sogenannte Ameisenpolizei, die zur Verteidigung Essig versprüht, welche Pilze essbar sind (und welche ganz sicher nicht), welcher Baum welcher ist und wie man Pilzstellen „liest“.
All diese Dinge, die dich als Kind unfassbar beeindrucken – und die dich im Leben nie wieder ganz loslassen.
Es hat lange gedauert, bis mir klar wurde, dass Stressabbau, Achtsamkeit und dieses viel zitierte Slow Living eigentlich schon immer da waren.
Nicht als Trend.
Nicht als Coaching-Methode.
Sondern ganz selbstverständlich – fest verankert in der Natur.
Gerade Menschen, die das Glück haben, in den Bergen oder am Meer zu leben, werden sofort wissen, wovon ich spreche.
Man muss es nicht erklären. Man fühlt es einfach.
Und genau deshalb bin ich letztendlich den Schritt gegangen, die Naturberatung in mein Berufsbild aufzunehmen.
Auch wenn da immer noch ein Stimmchen im Hinterkopf ist, das flüstert:
Hoffentlich halten mich die Kundinnen nicht für eine selbst ernannte Waldfee.
Zur Klarstellung: Davon bin ich sehr weit entfernt.
Ich liebe Technik, Serienmarathons, ein kühles Bier im Biergarten, meine Freunde, lange Van-Reisen – kurz gesagt: ziemlich bodenständige, ganz normale Dinge.
Und trotzdem ist es immer wieder die Natur, die mir hilft, wenn es mir schlecht geht.
Die meine Hunde und mich näher zusammenbringt.
Die mir selbst in harten Zeiten echte Entspannung schenkt.
Warum also dieses Wissen nicht mit meinen Kundinnen teilen?

Was passiert eigentlich in einer Naturberatung?
Kurz gesagt: nichts, wovor man Angst haben müsste.
In einer Naturberatung geht es nicht darum, sich selbst zu finden, sein inneres Krafttier zu beschwören oder barfuß im Kreis zu laufen (außer, man möchte das wirklich – was bisher eher selten vorkam).
Es geht darum, den Kopf wieder etwas leiser zu drehen.
Wir gehen nach draußen, bewegen uns, sprechen – oder schweigen auch mal.
Die Natur dient dabei nicht als Bühne, sondern als Rahmen: ruhig, ehrlich und erstaunlich hilfreich, wenn es darum geht, Gedanken zu sortieren oder wieder ein besseres Gefühl für sich selbst zu bekommen.
Oft entstehen genau dort Klarheit und Lösungen, wo man sie am wenigsten erwartet.
Nicht, weil jemand „coacht“, sondern weil der Druck wegfällt, funktionieren zu müssen.
Naturberatung ist deshalb kein Ersatz für Therapie und kein esoterisches Erlebnis.
Sondern eine bodenständige Möglichkeit, Abstand zu gewinnen, Stress abzubauen und wieder bei sich anzukommen – ganz ohne Hoooomm, aber mit erstaunlich viel Wirkung.

Fazit
Naturcoaching ist für mich kein neues Konzept, sondern etwas sehr Vertrautes.
Etwas, das viele von uns längst nutzen – ohne es so zu nennen.
Genau deshalb wird die Natur auch in meiner Arbeit eine immer größere Rolle spielen.
Nicht laut. Nicht esoterisch. Sondern ehrlich, bodenständig und alltagstauglich.
Mehr dazu wird es hier nach und nach geben.
Ganz ohne Waldfee. Versprochen.
Wenn du noch mehr Informationen zum Thema haben möchtest, hier ein paar externe Links zu anderen Webseiten:
https://www.bund.net/spenden-und-unterstuetzen/unsere-spendenprojekte/spendenprojekt-oderschutz/
https://klimaschutz-blog.ch/2025/04/21/wie-wir-von-der-tierwelt-und-natur-lernen-koennen/
