
Unser ganzes Leben lang entwickeln wir uns weiter. Unsere Bedürfnisse verändern sich, unsere Interessen auch. Denken wir nur an die Zeit, als wir in unseren Zwanzigern waren. Fragen wie Karriere, Berufswunsch, Lebenspartner, Reisen oder die erste eigene Wohnung standen im Mittelpunkt. In dieser Phase haben wir leidenschaftliche Dramen in Buchform verschlungen – und manchmal auch in der Realität erlebt.
Mit 30 wurde es für viele von uns etwas ruhiger. Themen wie Heirat, Familienplanung oder weiterhin der berufliche Erfolg rückten in den Fokus. Und was konnte uns in dieser Zeit am besten vor all den grundlegenden Lebensfragen und dem allgegenwärtigen Stress retten? Bücher über große Gefühle. Sie entführten uns in andere Welten, ließen uns abschalten und für einen Moment die eigenen Alltagssorgen vergessen. Diese kleine Auszeit gab uns neue Kraft, um uns wieder gefestigt den täglichen Aufgaben zu stellen.

Doch was passiert, wenn wir Frauen 40 oder älter sind?
Unser Leseverhalten verändert sich – und zwar erstaunlich deutlich. Heute lesen wir besonders gern Geschichten über Neuanfänge, Selbstfindung und ein glücklicheres, bewussteres Leben. Am liebsten mit einer ordentlichen Prise Humor. Denn wir möchten nicht nur über unsere Heldinnen lachen, sondern auch über uns selbst.
Überhaupt lieben wir Bücher, in denen wir uns wiederfinden. Romane, in denen wir Parallelen zu unserem eigenen Leben erkennen, in denen Frauen mit Ecken, Kanten und Geschichte im Mittelpunkt stehen. Geschichten, die uns zeigen, dass Veränderung möglich ist – und, dass das Leben auch mit 40, 50 oder später noch leicht, mutig und wunderbar komisch sein darf.

Warum uns das echte Leben reicht
Wenn wir unsere Erfahrungen und Erlebnisse ab dem 40. Geburtstag Revue passieren lassen, stellen wir oft fest, dass wir – auch wenn es sich zwischendurch nicht so angefühlt hat – auf eine bewegte Zeit zurückblicken. Viele von uns haben schmerzhafte Trennungen erlebt, unsere Kinder sind groß geworden, und nicht selten mussten wir sie mit einem lachenden und einem weinenden Auge in ihr selbstständiges Erwachsenenleben entlassen.
Was dabei gern unterschätzt wird: Auch für uns beginnt damit ein neuer Lebensabschnitt. Waren wir zuvor Mutter und Managerin für unseren Nachwuchs, sind wir heute noch immer Mutter – aber vor allem Beraterin, Freundin, verlässliche Familie. Die Rolle verändert sich, die Nähe bleibt.
Einige von uns haben sich über Jahre eine Karriere aufgebaut und wissen heute, wie viel Kraft, Mut und Ausdauer darin stecken. Andere beginnen plötzlich, ihre berufliche Laufbahn zu hinterfragen. Sie spüren, dass sich etwas verändern darf, und stehen vor der Frage, wohin ihr weiterer Weg sie führen soll.
Gerade jetzt werden Romane zu einem Ort der Entspannung. Sie helfen uns, durchzuatmen, zur Ruhe zu kommen und uns emotional zu erholen. Geschichten schenken uns Abstand, Leichtigkeit und manchmal genau die Perspektive, die wir brauchen, um den nächsten Schritt mit einem leisen Lächeln zu gehen.

Wie sieht die perfekte Romanheldin für Leserinnen Ü40 nicht aus?
Frauen in diesem Alter wollen von keiner traumhaft schönen, perfekten 25-jährigen Heldin mehr lesen, die kein Gramm Fett an ihrem makellosen Körper trägt. Damit können wir uns schlicht nicht mehr identifizieren. Denn wir – und übrigens auch jede 25-Jährige, nur spricht darüber kaum jemand – haben alle unsere kleinen körperlichen „Defizite“.
Ein halbes Leben hinterlässt Spuren. Schwangerschaften und Geburten, hormonelle Veränderungen, Stress, schlaflose Nächte, emotionale Achterbahnfahrten – all das geht nicht spurlos an uns vorbei. Und das ist weder schlimm noch ungewöhnlich. Es ist einfach Leben.
Mit unserer Erfahrung fällt es uns außerdem schwer, an bestimmte romantische Märchen zu glauben. Zum Beispiel daran, dass sich der 35-jährige Millionär – wie auch immer er in diesem Alter schon zu seinem Reichtum gekommen ist – unsterblich in die 20-jährige Bäckereifachverkäuferin verliebt und dafür alles riskiert. Eine schöne Geschichte, ohne Frage. Aber offen gesagt ist es wahrscheinlicher, dass ich morgen beim Hundespaziergang einem lilafarbenen Einhorn begegne, das mir flüsternd die Lottozahlen ins Ohr raunt.
Und was Frauen ab 40 ganz bestimmt nicht mehr wollen, sind Erzählungen von toxischem Leid, das uns als große Liebe verkauft wird. Geschichten über ältere, vermeintlich starke Männer, die junge Frauen – oft kaum erwachsen – durch körperliche oder psychische Gewalt manipulieren, bis diese sich angeblich unsterblich in ihren Peiniger verlieben. Nein. Das ist keine Romantik. Das ist kein Sehnsuchtsstoff. Und schon gar nichts, das wir heute noch schönreden möchten.
Aber was wollen wir denn nun wirklich?
Uns interessieren Frauen mit Geschichte. Heldinnen mit echten Träumen, gelebtem Leben und einer Vergangenheit, die man spürt. Sie dürfen orientierungslos sein, dürfen zweifeln, stolpern und sich fragen, wohin ihr Weg sie eigentlich führen soll.
Unsere Heldinnen dürfen Macken haben – optisch genauso wie seelisch. Sie müssen nicht perfekt sein, sondern ehrlich. Wir wollen echte Gefühle lesen, keine glatt gebügelten Emotionen. Freude, Unsicherheit, Angst, Hoffnung – alles darf da sein.
Und genau hier kommt der Humor ins Spiel. Humor macht diese Figuren liebenswert, nahbar und menschlich. Er nimmt dem unseren Aufgaben die Schwere, ohne es ins Lächerliche zu ziehen. Er erlaubt uns, über die Heldin zu schmunzeln – und dabei ein wenig über uns selbst zu lachen.
Vielleicht ist es genau das, was wir suchen: Geschichten, die uns zeigen, dass Unvollkommenheit kein Makel ist, sondern Charakter. Und dass man mit einem Augenzwinkern oft weiterkommt als mit einem perfekten Lebensplan.
Romane mit Humor, aber bitte nicht albern
Humorvolle Romane darf man dabei nicht mit albernem Klamauk verwechseln. Auch diese Geschichten brauchen Tiefgang. Die Heldin muss eine Entwicklung durchleben, Veränderungen erfahren und innerlich wachsen. Die Figuren sollen lebendig wirken, glaubwürdig handeln und echte Emotionen transportieren.
Leserinnen erwarten Wortwitz, feine Ironie und warme Pointen – Humor, der nicht laut sein muss, um zu wirken. Humor, der zwischen den Zeilen sitzt, der berührt und zum Lächeln bringt, manchmal auch zum Nachdenken.
Besonders beliebt sind Geschichten über Neuanfänge: gewollte ebenso wie unerwartete Veränderungen. Roadtrip-Romane, die nicht nur geografisch, sondern auch emotional Bewegung bringen, gehören genauso dazu wie romantische Komödien mit Herz, Lebenserfahrung und einem Augenzwinkern. Es sind genau diese Geschichten, die uns das Gefühl geben, angekommen zu sein – und gleichzeitig Lust machen, noch einmal neu loszufahren.

Darum schreibe ich Romane für Frauen ab 40 plus.
Vielleicht schreibe ich genau deshalb selbst Romane, die diesen Weg gehen. Erzählungen über Frauen mit Geschichte, über Neuanfänge, über das Stolpern, Zweifeln und Weitergehen. Über Figuren, die nicht perfekt sind, sondern echt – mit Humor, der trägt, mit leisen Entwicklungen und Momenten, in denen man sich selbst wiedererkennt. Romane, die nicht laut sein müssen, um zu berühren, und die zeigen, dass das Leben auch jenseits der 40 noch voller Möglichkeiten, Überraschungen und warmer Lacher steckt.

Dieses Buch steht für Frauen, die wissen, dass das Leben nicht perfekt sein muss, um ziemlich gut zu sein.
Fazit
Vielleicht ist das Lesen ab 40 wie ein Abend auf dem Sofa, wenn draußen langsam Ruhe einkehrt. Man nimmt ein Buch zur Hand, schlägt es auf – und fühlt sich nicht mehr allein. Zwischen all den Worten liegt Verständnis, ein leises Lächeln und die Gewissheit, dass das eigene Leben mit all seinen Umwegen, Brüchen und Neuanfängen genau richtig ist. Und dass es manchmal genau diese Geschichten sind, die uns daran erinnern, wie viel Wärme, Humor und Möglichkeiten noch vor uns liegen.
Suchst du noch weitere Informationen zu dem Thema „Lesen ab 40“? Hier findest du externe Links zu anderen Webseiten:
https://www.lovelybooks.de/stoebern/empfehlung/ue40/
https://www.fuersie.de/unterhaltung/3-buecher-die-frauen-ab-40-unbedingt-lesen-sollten-6863.html
Nun interessiert mich eure Meinung: Welche Bücher lest ihr besonders gern? Welche Romane haben euch Ü40 wirklich berührt, zum Lachen gebracht oder vielleicht sogar ein wenig verändert? Schreibt mir eure Empfehlungen gern in die Kommentare – ich bin gespannt auf eure Geschichten und Lesetipps.
